Die Polit-Dokumentation „Democracy — Im Rausch der Daten“ blickt tief hinter die Kulissen des Europäischen Parlaments. Der Film erzählt fesselnd den Kampf David gegen Goliath — oder auch: datenschutzbewusste Parlamentarier gegen die mächtige Wirtschaftslobby.

Filmkritik von Fabian Knisel für Onlinemagazin ramble.ch

Das Europäische Parlament ist für viele Menschen ein geheimnisvoller Ort. Entscheidende Gesetze, die Auswirkungen auf Millionen EU-Bürger haben, werden hier beschlossen. Wie lange es aber braucht, bis ein solches Gesetz verabschiedet wird, bleibt oft im Dunkeln. Ebenso unbekannt scheinen uns die Einflussnehmer: Lobbyisten, Anwälte und NGOs.

Kämpferin für strengeren Datenschutz: Ehemalige EU-Kommissarin Viviane Reding (Bild: Indi Film/Marcus Winterbauer)

Der Schweizer Regisseur David Bernet erzählt im Dokumentarfilm „Democracy — Im Rausch der Daten“ die Geschichte hinter der großen EU-Datenschutzreform. Über mehrere Jahre wurden Jan Philipp Albrecht, Europaabgeordneter der Grünen, sowie die damalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft Viviane Reding bei der Erarbeitung des wichtigen Gesetzes begleitet.

Ihr gemeinsames Ziel, das viele Einflussnehmer verhindern wollen: Die Grundrechte der EU-Bürger durch ein strengeres europaweites Datenschutzgesetz stärken. Persönliche Daten sollen auch persönlich bleiben, mit ihnen soll nicht gehandelt werden.

Daten: Das „neue Öl“ des 21. Jahrhunderts

Industrielobbyist John Boswell mahnt zu Beginn des Films: „Viele Leute sagen, Daten sind das ‘Neue Öl‘, das Öl des 21. Jahrhunderts. Öl hat unser Leben verändert. Und Daten werden dasselbe tun.“ Dass der Umgang mit Daten zu den zentralen Fragen unserer Zeit gehört, daran zweifelt im Jahr 2017 kaum jemand mehr.

Umso wichtiger ist es also, die Grundrechte der Bürger — den Datenschutz — zu verteidigen. Der auf Privatsphäre und Daten spezialisierte Wirtschaftsanwalt Paolo Balboni meint: „Beim Datenschutz geht es nicht mehr um die Entscheidung eines Individuums, sondern um Technologie, die Kommunikation zwischen Maschinen.“

Europaabgeordneter Jan Philipp Albrecht (Bild: Indi Film/Dieter Stürmer)

„Shadow Meetings“ hinter verschlossenen Türen

Nachdem die damalige EU-Kommissarin Viviane Reding ihre Vorschläge der Öffentlichkeit präsentiert, wird der noch verhältnismäßig junge EU-Parlamentarier Jan Philipp Albrecht zum sogenannten Berichterstatter ernannt. Albrecht meint, man habe ihm geraten, Personenschutz zu nehmen. Die große Verantwortung zieht natürlich auch Feinde an.

Er soll die Erarbeitung das Gesetzestextes leiten, über den schließlich das Plenum das Europäischen Parlament abstimmen soll. In „Shadow Meetings“ finden hinter verschlossenen Türen Diskussionen mit Politikern, Bürgerrechtlern und Wirtschaftslobbyisten statt — wie so oft in der Politik muss ein mehrheitsfähiger Kompromiss erarbeitet werden. Die Rechte der EU-Bürgen müssen geschützt werden, ohne aber die Wirtschaft zu stark einzuschränken. Eine schier unlösbare Aufgabe.

Anwalt Tanguy Van Overstraeten: Vertritt die größten IT-Konzerne (Bild: Indi Film/Adrian Stähli)

Von diesen Feinden gibt es eine Menge: Allen voran Lobbyisten von Firmen, die auf die persönlichen Daten ihrer Nutzer scharf sind. Aber auch viele Politiker stellen sich Albrecht entgegen. Wie hoch soll die Bestrafung sein? Müssen sich auch US-Firmen an europäische Gesetze halten? Wie verhindern wir, dass dadurch Arbeitsplätze verloren gehen? Können Innovationen trotz strengem Datenschutz weiterhin möglich sein? Aber auch Bürgerrechtler kritisieren Albrecht — ihnen gehen die Gesetze nicht weit genug.

„Das schaffen wir nie“

Die Verhandlungen ziehen sich, kommen kaum voran. Selbst der sonst so hoch-motivierte Abgeordnete Albrecht zweifelt an einigen Stellen, dass das Gesetz jemals verabschiedet wird. 4000 Änderungsanträge werden eingerecht — neuer Rekord. Niedergeschlagen, vor einem mächtigen Aktenberg sitzend meint er: „Das schaffen wir nie.“ Doch er gibt nicht auf.

„Wo ist die Balance“, fragt EU-Kommissarin Reding in einer Rede vor den Parlamentariern. In nur sechs Monaten habe man Bürgerrechte eingeschränkt und die Vorratsdatenspeicherung beschlossen — doch nun kämpft man schon 18 Monate um eine Stärkung der Bürgerrechte.

Reaktionen auf Snowdens Enthüllungen (Bild: Indi Film/David Bernet)

Nichts zu verbergen?

Als Whistleblower Edward Snowden im Jahr 2013 die Überwachungspraktiken der NSA publik macht, rüttelt er damit die ganze Welt wach. Für die Macher der Datenschutzreform ist dies ein großes Geschenk und gibt ihnen Aufwind, da durch Snowden das Thema Datenschutz, auch in der Öffentlichkeit, massiv Aufmerksamkeit bekam.

Nach 18 Monaten zäher Verhandlungen ist im Film plötzlich ein Stimmungswandel erkennbar, viele Gegner der Reform stellten sich nun auf die Seite des Grünen-Abgeordneten. Vorher empfanden viele die Diskussion über das Thema noch unnötig und sagten: „Ich habe doch nichts zu verbergen.“

„Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.“ — Edward Snowden

(Übersetzung: Zu argumentieren, dass du keine Privatsphäre brauchst, weil du nichts zu verbergen hast, ist so, als würdest du sagen, dass du keine Freiheit der Meinungsäußerung brauchst, weil du nichts zu sagen hast.)

Was den Film sehenswert macht ist aber die Nähe zu den Akteuren. Stolz geben die Macher an, dass sie „das erste Film-Team in der Geschichte der EU“ waren, dass „sich während Rats-Sitzungen frei durch den Raum bewegen konnte“. Sogar vor den Hinterzimmer-Verhandlungen macht die Kamera nicht halt.

Democracy“ lässt sich noch bis zum 16. März in der Arte-Mediathek ansehen. Zusätzlich zum Film wurde außerdem eine interaktive Scroll-Doku sowie ein Online-Spiel entwickelt.

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Mit funk richten sich die öffentlich-rechtlichen Sender erstmals mit einem Jugendangebot an junge Erwachsene im Alter von 14 bis 29 Jahren. Insgesamt 40 Formate werden zum Start angeboten, diese sollen sich stark vom klassischen Fernsehprogramm unterscheiden.

Artikel von Fabian Knisel für Webvideomagazin ramble.ch

Wer soll mit funk erreicht werden?

Seit über einem Jahr wird über das „Junge Angebot von ARD und ZDF“ gesprochen. Viele begegneten dem Projekt mit grosser Skepsis. Nachdem bekannt wurde, dass das Jugendangebot lediglich im Internet angeboten werden soll, glaubten viele an einem grossen Rückschlag für das Projekt. Doch rückblickend erwies sich dieser Schritt als logisch. Denn warum sollte man ein Angebot, welches 14- bis 29-jährige ansprechen soll, im Fernsehen ausstrahlen, wenn diese meist nur noch am Laptop Videos schauen und den Fernseher schon aus ihrem Zimmer verbannt haben? Weg vom Fernseher, hin zur Jugend.

Zum Start von funk haben 22 Creator ihre elf Formate in Berlin präsentiert (Foto: Stefan Hoederath/funk)

Mit dem Jugendprogramm funk — der Name wird Deutsch ausgesprochen — möchten die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender nun endlich auch die junge Zielgruppe ansprechen, die sich in den letzten Jahren zunehmend vom linearen Fernsehen abgeneigt hat. Stattdessen verbringt die junge Zielgruppe immer mehr Zeit in Online-Videoangeboten wie YouTube und Netflix. ARD und ZDF möchten nun mit einem eigenen Jugendangebot auch in diesem Markt mitmischen. „funk soll Menschen unter 30 eine Stimme geben, ihnen die Möglichkeit bieten, sich zu orientieren, zu informieren und zu unterhalten“, so das ZDF. Laut eigenen Angaben sollen 15 Millionen Deutsche mit diesem erreicht werden können.

Was gibt es bei funk zu sehen?

funk startet offiziell am 1. Oktober. Zum Start bieten ARD und ZDF insgesamt 40 Formate an. Diese werden in drei Kategorien unterteilt — Information, Orientierung und Unterhaltung. Die Formate sind dabei ähnlich aufgebaut, wie man sie bereits von Facebook oder YouTube kennt, mit klassischem Fernsehen haben sie meist wenig am Hut. Trotz allem Spass, soll dabei auch stets ein Bildungsauftrag erfüllt werden, was die Macher betonen.

Der offizielle Trailer zum Jungen Angebot (YouTube)

Einige der Formate existieren bereits seit einiger Zeit — das erfolgreichste Beispiel hierfür ist die Gaming-Talkshow „1080Nerdscope“ mit LeFloid. Der YouTube-Kanal „Y-Kollektiv“ oder „Was mit Fabian“ werden bereits seit einigen Monaten mit Inhalten versorgt, der grosse Erfolg blieb bisher aber aus. Ein eigenes Nachrichtenformat für junge Leute wird im Rahmen des Jugendangebots (noch) nicht angeboten. Die nächtliche Online-Nachrichtensendung heuteplus ist kein Teil des Jugendangebots.

Marti Fischer und Marie Meimberg sind ein Teil des neuen Jungen Angebots (Foto: Stefan Hoederath/funk)

Facettenreiches Angebot: Von lustigen Videos bis Reportagen

Das Angebot von funk soll facettenreich und vielseitig sein, von witzigen Videos bis journalistischen und aufwendig produzierten Reportagen soll dabei für jeden etwas dabei sein — sowohl für die jüngeren ab 14 Jahren als auch für die „älteren“ Leute bis 29 Jahren. „Neue Inhalte werden fortwährend entwickelt“, gab das ZDF bekannt. Das Angebot solle sich ständig verändern. „Es ist schön zu sehen, wie viele unterschiedliche Formate zu funk gehören und wie viele kreative Menschen dabei sind“, sagt Florian Hager, Geschäftsführer des Jugendprogramms. (Formate bei funk)

Neben Webserien werden auch internationale Lizenzserien wie „The Aliens“ und „Hoff the Record“ (beide von BBC) ein Teil des jungen Angebots von ARD und ZDF sein — Serien lassen sich exklusiv auf der Webseite sowie in den Apps ansehen. Eine englische Originalfassung wird, wenn möglich, optional angeboten. Zum Start am 1. Oktober sind drei Serien mit an Bord, weitere sollen folgen. (Serien bei funk)

Was unterscheidet funk von anderen Onlineplattformen?

Ein grosser Unterschied von funk gegenüber anderen Plattformen soll die Werbefreiheit sein. Die im Rahmen des Jugendangebots produzierten Videos sollen keine Produktplatzierungen enthalten, ausserdem soll keine Werbung vor diesen geschalten werden. Ebenfalls werden die Videos von einer Redaktion der jeweiligen Rundfunk-Landesanstalt produziert und vor Veröffentlichung auch von dieser überprüft. Die Verantwortung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Verantwortlich für funk sind Florian Hager und Sophie Burkhardt (Foto: Stefan Hoederath/funk)

Hinter dem jungen Angebot steht ein grosses Team. In der Mainzer Zentrale arbeiten nach eigenen Angaben circa 40 Mitarbeiter an der Technik und Leitung des Jugendangebots. Geleitet wird das Projekt von Florian Hager und Sophie Burkhardt, federführend ist der Südwestrundfunk (SWR). Alle neun weiteren Landesrundfunkanstalten sind jedoch redaktionell ebenfalls stark in funkeingebunden.

funk ist mehr ein Netzwerk, als eine Plattform. Videoproduzenten werden für das Jugendprogramm engagiert, sollen aber auch weiterhin unabhängig handeln können. Von den Landesrundfunkanstalten werden die Creator sowohl finanziell, als auch bei der Produktion ihrer Videos neben Equipment und einem Team auch von einer Redaktion unterstützt. ARD-Vorsitzende Karola Wille blickt optimistisch auf das junge Angebot: „Wir wollen einen Raum schaffen für junge Kreative, für Innovation, für Experimente.“

Was kostet funk?

funk besitzt bis 2020 jährlich ein Budget von 45 Millionen Euro. 1/3 des Geldes kommen vom ZDF, 2/3 von der ARD. Was sich auf den ersten Blick nach sehr viel Geld aussieht, ist es eigentlich gar nicht. Den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten steht jährlich ein Budget von 9,1 Milliarden Euro zur Verfügung, mit 6,3 Milliarden Euro geht der größte Teil an die ARD-Anstalten.

Führt man sich diese Zahlen erst einmal vor Augen, merkt man erst, wie gering der Anteil für das Jugendangebot eigentlich doch ist. Lediglich 1 Prozent des Gesamtbudgets der öffentlich-rechtlichen Sender werden für das junge Angebot eingesetzt. Dennoch sind 45 Millionen Euro für die Webvideobranche eine beachtliche Summe Geld. Dem GEZ-Zahler soll das Angebot nur „knapp 10 Cent“ pro Monat kosten. Zur Finanzierung werden die beiden Digitalkanäle EinsPlus und ZDFKultureingestellt.

Wo kann ich funk schauen?

Die Inhalte des Jugendangebots werden nicht im Fernsehen ausgestrahlt, sondern ausschliesslich über das Internet. Eben da, wo sich die jungen Leute am meisten aufhalten. Verbreitet werden die Inhalte über soziale Netzwerke wie Facebook und Snapchat sowie über die Videoplattform YouTube. Dadurch müssen die Nutzer gar nicht erst eine neue Plattform kennenlernen, sondern findet die Inhalte direkt dort, wo sie sich bereits häufig aufhalten — nämlich auf den sozialen Netzwerken.

Auf der Website funk.net werden alle Inhalte gebündelt präsentiert, wie in einer Art Mediathek. In den Apps für Android und iOS finden sich zudem Serien und Multimedia-Inhalte. Hier soll es zum Beispiel um „Netzphänomene und virale Hits, Hintergründe zum Tagesgeschehen, Lifestyle-Trends und um unsere eigenen Formate und Köpfe“ gehen, gab funk bekannt. Inwiefern Nachrichten in der App eine Rolle spielen werden, ist noch nicht bekannt. Der Austausch mit der Community soll ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Was denkst du über funk? Glaubst du an einen Erfolg des Jugendprogramms?

Beitragsbild: funk Logo (Stefan Hoederath/funk)

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Die Bundeswehr startet ab November eine eigene Reality-Dokumentation auf YouTube. In „Die Rekruten“ sollen zwölf Männer und Frauen bei ihrer Ausbildung begleitet werden. Mit der Webserie soll Nachwuchs angeworben werden.

Artikel von Fabian Knisel für Webvideomagazin ramble.ch

Bereits auf der Gamescom 2016 wurde mit YouTube-Stars wie Joyce Ilg, Julez und C-Bas und weiteren für die Jobs der Bundeswehr geworben. Für den WDR fragte FloVloggt, ob eine Spielemesse dafür der richtige Ort sei, und ob YouTuber nicht eine gewisse Verantwortung für ihre meist noch sehr jungen Zuschauer tragen müssten. Einige der YouTuber drohten dem WDR daraufhin mit ihren Anwälten, anstatt sich zu den angesprochenen Vorwürfen zu äussern. Die Bundeswehr wurde sowohl für ihren Messeauftritt auf der Gamescom, als auch die YouTuber für ihre Teilnahme an der Werbekampagne kritisiert.

Reality-Dokumentation begleitet Bundeswehr-Soldaten

Nun wurde der Start einer eigenen Reality-Dokumentation der Bundeswehr auf YouTube angekündigt. Allerdings nicht mit YouTubern, sondern mit zwölf Männern und Frauen, die eine Grundausbildung an der Marinetechnikschule Parow in Stralsund absolvieren. Während ihrer Ausbildungszeit sollen sie mit einer Webserie begleitet werden. Die Rekruten sollen dabei alle „echt“ und keine Schauspieler sein.

Ab November soll drei Monate lang täglich um 17:00 Uhr eine neue, rund 5-minütige Folge auf einem eigens dafür eingerichteten YouTube-Kanal erscheinen. Zusätzlich gibt es Posts auf Facebook, Instagram und Snapchat. Mit dem Start der Serie „Die Rekruten“ soll auch eine landesweite Plakatkampagne starten.

Die Webserie soll 1,7 Millionen Euro kosten

„Vom ersten Antreten bis zum feierlichen Gelöbnis“ soll die Webserie „hautnah“ und mit Nähe zum Protagonisten zeigen, „wie aus jungen Menschen junge Soldatinnen und Soldaten werden“, so die Bundeswehr.

Die Reaktionen auf die Ankündigung reichen bisher von „Absolut cool“ bis „Ihr habt sie nicht mehr alle“. Andere kritisieren die hohen Kosten und meinen, dass man das Geld auch hätte sinnvoller einsetzen können. Unter dem Trailer auf YouTube meint ein Nutzer, dass die Ausbildung früher härter und noch „kein funny entertainment“ war.

„In zwölf Wochen durchleben die jungen Leute eine spannende Entwicklung. Sie, werden an ihre Grenzen geführt und entdecken dabei ihre eigenen Stärken.“ Die Bundeswehr möchte „auf Augenhöhe mit den jungen Menschen“ zeigen, wie die Grundausbildung heute abläuft und gleichzeitig mit den alten Klischees aufräumen, sagte Dirk Feldhaus, Pressesprecher der Arbeitgebermarke Bundeswehr.

Die Produktionskosten sollen nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ (BamS) 1,7 Millionen Euro betragen. Der Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Linder kritisierte in der BamS die hohen Kosten: „So lange die Ausrüstung der Bundeswehr so marode ist, nützen die teuersten Werbefilmchen nichts. Die Millionen sollte Frau von der Leyen lieber für die Soldaten ausgeben.“ Auch vom Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, kommt Kritik. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er: „Es ist von allem zu wenig da“. Momentan würden die Anforderungen deutlich die vorhandene militärische Leistungsfähigkeit übersteigen, so Bartels weiter.

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YouTuber Dner fragt in der ZDF-Doku „Like or Dislike“ bei jungen Amerikanern nach, was sie über die Wahl und ihr Land denken. Die Dokumentation, die zuerst nur online verfügbar ist, richtet sich an junge Leute, verzichtet dabei aber auf hippe Jugendsprache. Ein gelungener Versuch, das junge Publikum auch für politische Themen zu begeistern.

Filmkritik von Fabian Knisel für Webvideomagazin ramble.ch

Dner fragt nach. Wie ticken die jungen Amerikaner?

Vor etwas mehr als einem Monat reiste Felix von der Laden — auf YouTube bekannt als Dner — für rund zwei Wochen gemeinsam mit einem kleinen Filmteam des ZDF in den USA umher. Während der Reise lud er auch regelmäßig Vlogs auf seinem YouTube-Kanal hoch. Er sprach mit jungen Amerikanern aus verschiedenen Bundesstaaten und mit unterschiedlichen Berufen über deren politische Ansichten. Wer wählt Trump, wer Clinton? Und warum? Dieser Frage möchte die 45-minütige Doku auf den Grund gehen.

9:41 AM — 19 Oct 2016

Amerikas Jugend ist frustriert

Dner besucht unter anderem im mittleren Westen der USA die Peterson Farm Bros, die auf YouTube mit zahlreichen Musikvideos berühmt wurden. Ihr bekanntestes Video ist eine Parodie des weltbekannten Hits von Psy — ihr sogenannter „Farmer Style“ wurde inzwischen fast 17 Millionen Mal geklickt. Farmer Greg (25) wählt Trump. Er gibt zu, dass Trump ein Risiko sei. „Aber ich habe ja keine andere Wahl“, meint er. Später besucht Dner noch das verlassene Detroit nahe der kanadischen Grenze, welches mit sehr starkem Rassismus, besonders gegen Schwarze, zu kämpfen hat. Viele der Afroamerikaner, die fast 80 Prozent der Stadt ausmachen, fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. „Es ginge nur um die Hautfarbe, und das ist typisch Amerika“, wird kritisiert.

Im Sandsturm verloren (YouTube)

„Ein Stück Scheiße gegen eine körperliche Bedrohung“

Die Reise geht danach weiter zum „Burning Man“ Festival, das inmitten der Wüste Nevadas stattfindet und eine fast schon apokalyptische Stimmung bietet. Hier lebt für eine Woche eine eigene Gesellschaft, ganz ohne Geld und Kapitalismus. Ein Festival-Besucher meint in der Doku, er glaube, dass dies die Zukunft sei. „Entweder gehen wir unter, oder werden wie auf dem ‚Burning Man’“, sagt er. Viele junge Menschen der „Millenials“-Generation sind frustriert über den aktuellen Wahlkampf. „Ein Stück Scheiße gegen eine körperliche Bedrohung“, kommentiert eine Besucherin des Festivals den aktuellen Wahlkampf. Viele Leute wünschen sich hier bessere soziale Hilfen. In der Wüste Nevadas wird eine linke Alternative zu den aktuellen Kandidaten vermisst, viele hatten große Hoffnungen in Bernie Sanders gelegt. Doch dieser ist nun aus dem Rennen.

YouTuber Dner auf dem „Burning Man“ Festival in der Wüste Nevadas (Bild: ZDF/Anja Jeschonneck)

„Jeder hat hier ’ne Waffe“

YouTuber Dner besucht auch eine Highschool in New York. Hier wird klar: Für die Schülerinnen und Schüler ist das Waffengesetz der USA ein wichtiges Thema. Viele finden es beängstigend, dass praktisch jeder eine Waffe besitzen darf. Die Nachrichten über blutige Schießereien und Amokläufe schockieren auch uns in Europa immer wieder. Die hohen Studiengebühren stören ebenfalls viele Schüler, sie fühlen sich auch von der Politik schlecht behandelt. Eine weitere Station der Dokumentation ist der Nachtclub in Orlando, in dem Schwule und Lesben feiern. Mitte Juni wurden hier 50 Menschen getötet, heute erinnert ein Denkmal an die Opfer des schrecklichen Attentats. Junge Aktivisten aus der LGBT+ Community (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) fühlen sich diskriminiert und von der Politik im Stich gelassen.

„Wir können doch nur verlieren“

Es scheinen düstere Zeiten für die USA zu sein, denkt man sich, wenn man Sätze wie diesen hört: „Wir können doch nur verlieren“.

Dner sprach in den USA mit jungen Leuten aus seiner Generation (Bild: ZDF/Anja Jeschonneck)

Interessant, ohne lächerlich zu wirken

Mit den „hippen Jugendsendungen“ hat die Doku wenig zu tun.

Obwohl sich die Dokumentation an junge Leute richtet, schafft sie es, unterhaltsam und interessant zu sein, aber zugleich auch informativ und seriös zu bleiben. In die Doku wurden neben professionellen TV-Aufnahmen häufig auch typische Vlogging-Videosequenzen eingefügt, wie man sie eben von Dner kennt. Dies wirkt gerade bei diesem komplexen Thema auflockernd. Mit den „klassischen Jugendsendungen“, die auf hippe Jugendsprache und aufgedrehte Moderatoren setzen, hat die Doku aber wenig zu tun. Mit „Like or Dislike“ ist es dem ZDF bzw. dem Jugendangebot funk gelungen, Politik auch für das jüngere Publikum interessant in Form einer Dokumentation aufzubereiten, ohne aber lächerlich zu wirken. Auch das Feedback der Zuschauer fällt bisher sehr positiv aus.

12:11 PM — 19 Oct 2016

„Like or Dislike“ wird vorerst exklusiv im Internet ausgestrahlt. In der ZDFmediathek sowie in der App und auf der Website des neuen Jugendangebots funk lässt sich die Dokumentation bereits jetzt ansehen. Außerdem wird die Dokumentation am Sonntag um 10 Uhr auch auf Dners YouTube-Kanal, der kurz vor den 3 Millionen Abonnenten steht, online gehen. Am Mittwoch, den 26. Oktober 2016 0:45 Uhr läuft die Sendung dann erstmals auch im Fernsehen.

LIKE OR DISLIKE | ZDF Doku mit Dner | US Wahl: Trump vs. Clinton (YouTube)

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Das amerikanische Wahlsystem ist sehr unübersichtlich. Um einen Durchblick in das Chaos zu bekommen, erklären wir dir nun kurz und verständlich, wie in den USA gewählt wird.

Artikel von Fabian Knisel für Onlinemagazin ramble.ch

Wer kann überhaupt Präsident werden?

Um Präsident werden zu können, muss man seit seiner Geburt US-Bürger sein, bei Amtsantritt mindestens 35 Jahre alt sein und seit 14 Jahren in den USA wohnen. Danach muss man sich bei der lokalen Wahlbehörde für das Amt des Präsidenten einschreiben lassen und Unterstützer sammeln.

Die Parteien bestimmen einige Monate vor der Präsidentschaftswahl ihre Spitzenkandidaten in sogenannten Vorwahlen (Primaries). In diesem Jahr tritt für die Demokraten Hillary Clinton und für die Republikaner Donald Trump an.

Durch das Zwei-Parteien-System haben dritte Parteien praktisch keine Chance. Sie existieren zwar, haben im Rennen um das Weiße Haus aber überhaupt keine Chancen. Wer als Präsident gewählt wurde, regiert zunächst vier Jahre lang, durch eine Wiederwahl ist eine Verlängerung auf acht Jahre ist möglich.

Um welche Themen geht es?

Während die demokratische Partei für eine Reichensteuer sowie ein besseres Sozialsystem kämpft, setzen sich die Republikaner für Steuersenkungen und strikt gegen illegale Zuwanderung ein.

Trump möchte eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen und plant, Muslimen die Einreise in die USA aus „Sicherheitsgründen“ zu verweigern. Flüchtlingen aus Syrien möchte Trump in den USA kein Asyl bieten. Hillary Clinton spricht sich dagegen für legale Einwanderung und strikt gegen Abschiebungen aus.

Das zweite wichtige Thema ist die wirtschaftliche Situation in den USA. Trump von der republikanischen Partei fordert Steuerentlastungen, besonders für Vielverdiener und Unternehmen. Bürger, die jährlich weniger als 25.000 US-Dollar verdienen, sollen gar keine Steuern mehr zahlen müssen. Wie Trump diese Entlastungen aber bewerkstelligen möchte, ist fraglich. In den TV-Duellen wurde ebenfalls deutlich, wie stark Trump Unternehmen dazu zwingen will, in den USA zu produzieren und nicht im Ausland. Aus diesem Grund spricht er sich auch gegen das Freihandelsabkommen TTIP mit Europa aus. Clinton möchte die Steuern von Spitzenverdienern erhöhen, ebenfalls möchte sie gegen Steueroasen vorgehen. Mehr Arbeitsplätze möchte sie durch staatliche Investitionen schaffen.

Waffen sind schon immer ein großer Streitpunkt in der amerikanischen Politik gewesen. Die starke Waffenlobby — allen voran die NRA (National Rifle Association) — macht es der Politik sehr schwierig, strengere Waffengesetze zu verabschieden. Clinton setzt sich entschlossen dafür ein, das Waffengesetz zu verschärfen. Durch strengere Kontrollen und Hintergrund-Checks beim Kauf soll Missbrauch vorgebeugt werden. Ihr Kontrahent Trump sieht hingegen keinerlei Probleme mit dem Waffengesetz der USA. Er plant keine Veränderungen.

Trump glaubt nicht, dass es einen Klimawandel gibt. Gelangt er an die Macht, wird er das Klimaabkommen auflösen. Ebenfalls möchte er fossile Brennstoffe fördern. Clinton sieht den Klimawandel an ernstes Problem, das es zu lösen gilt. Sie plant einen starken Ausbau von erneuerbaren Energien und möchte die USA sauber machen.

Clinton möchte die Sozialleistungen verbessern und das Gesundheitsprogramm „Obama Care“ weiter fördern. Die republikanische Partei plant Obamas Gesundheitsgesetz wieder rückgängig zu machen.

In der Außenpolitik der USA setzt sich Clinton für einen entschlossenen Kampf gegen den Terrorismus und die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) ein. Sie möchte die Bevölkerung durch Flugverbotszonen allerdings beschützen. Durch amerikanische Truppen soll der IS weiter bekämpft werden. Trump plant ebenfalls Bodentruppen nach Syrien zu schicken, sieht aber auch die arabischen Länder in der Pflicht, den Kampf gegen den Terrorismus mehr zu unterstützten.

Wer darf wählen?

Wählen darf jeder US-Bürger seit 1971 ab 18 Jahren, davor lag das Mindestalter bei 21 Jahren. Illegale Zuwanderer oder Häftlinge haben kein Wahlrecht. Auswanderer (Expatriates) wählen in dem Bundesstaat, in dem sie zuletzt wohnten. Frauen sind seit 1920 zur Wahl zugelassen, Afroamerikaner dürfen seit 1965 wählen. Rund 200 Millionen Amerikaner sind in diesem Jahr wahlberechtigt. Die Wahl findet am 8. November statt.

Jeder Bürger muss sich selbst für die Wahl einschreiben lassen, da in den USA keine Einwohnermeldeämter existieren.

Wie wird gewählt?

In den USA wird der Präsident nicht vom Volk direkt gewählt, stattdessen bestimmen die US-Bürger Wahlmänner (Electors), die Ende Dezember den Präsidenten und Vizepräsidenten bestimmen.

Insgesamt 538 Wahlmänner sitzen derzeit im Electoral Collage, für einen Wahlsieg werden die Stimmen von mindestens 270 Wahlmännern benötigt. Die sogenannten „Swing States“ — also unentschiedene Bundesstaaten wie Ohio oder Florida — sind im Wahlkampf besonders hart umkämpft. Die „Swing States“ können sehr entscheidend für einen Wahlsieg sein.

Die Präsidentschaftswahl erfolgt in den meisten US-Bundesstaaten nach dem Mehrheitsprinzip. „The winner takes it all„, lautet das Motto. Das bedeutet: Der Wahlsieger der jeweiligen Bundesstaaten bekommt alle Wahlmännerstimmen zugeteilt.

Der gewählte Präsident oder die gewählte Präsidentin tritt im Januar sein Amt an.

Was glaubst du: Wird Donald Trump oder Hillary Clinton das Rennen um das Oval Office machen?

Beitragsbild, Quelle: Landeszentrale für politische Bildung

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Die funk-YouTuber Bohemian Browser Ballet äußern schwere Vorwürfe gegen den Goldene Kamera „Digital Award“. Sie werfen der Funke-Mediengruppe vor, die Reichweite der YouTuber für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen sowie umfassend Daten an einen Sponsor weiterzugeben. Auch andere für den Preis nominierte YouTuber sehen dieses Vorgehen kritisch.

Artikel von Fabian Knisel für Webvideomagazin ramble.ch

Bohemian Browser Ballet wird von funk, dem jungen Angebot von ARD und ZDF, produziert. Seit dem 13. Juni diesen Jahres veröffentlicht das Team regelmäßig satirische und kritische Videos auf ihrem YouTube-Kanal, der derzeit knapp 9.400 Abonnenten zählt sowie auf ihrer Facebook-Seite mit aktuell 32.000 Likes.

Bohemian Browser Ballet sowie Moritz Neumeier sind neben 18 weiteren YouTubern für den „Digital Award“ der Goldenen Kamera nominiert. Der Preis, speziell für Social Media Stars, wird im Februar 2017 erstmalig verliehen. In sechs Kategorien möchte eine Expertenjury mit dem Preis besondere Kanäle oder Videos auszeichnen. Seit 2002 ehrt die Funke-Mediengruppe jährlich mit der Goldenen Kamera deutsche Schauspieler sowie internationale Hollywood-Stars. Der Preis genießt in der Medienbranche ein hohes Ansehen.

Schwere Vorwürfe gegen Digital Award der Goldenen Kamera

SKANDAL — Funke Mediengruppe missbraucht Youtuber (YouTube)

In einem Video, das vor knapp einer Woche hochgeladen wurde, werfen die funk-YouTuber nun dem Veranstalter des Medien-Preises vor, die Reichweite der YouTuber zu missbrauchen.

Die veranstaltende Funke-Mediengruppe verschaffe sich durch die Nominierung von 20 reichweitenstarken YouTube-Kanälen kostenlos eine große Reichweite, die sie für ihre eigenen Zwecke missbrauchen würde, lauten die Vorwürfe des funk-YouTube-Kanals Bohemian Browser Ballet.

In einer E-Mail wurden die nominierten YouTuber dazu aufgefordert, für den Preis auf ihren sozialen Netzwerken zu werben. Dies ist auch zwingend nötig, da die Anzahl der Nutzerstimmen entscheidend ist, um den Preis zu gewinnen.

Goldene Kamera weist Kritik ab

Zu den Vorwürfen, die Reichweite der YouTuber für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen, antwortet uns die Goldene Kamera schriftlich per E-Mail:

“Eine User- oder Publikumswahl ist seit Jahren gelernter Bestandteil der GOLDENEN KAMERA und nun auch des Digital Awards. Dabei handhaben wir es immer so, dass wir die zur Wahl gestellten Favoriten vorab informieren und ihnen Material anbieten, mit dem sie ihre Fans aktivieren können, für sie zu voten. Eine Userwahl ohne Publikum ist sinnlos. Würde es uns rein um die Stärkung der Reichweite […] gehen, dann hätten wir ausschließlich die reichweitenstärksten Kanäle zur Abstimmung ausgewählt.

Von den erfolgreichsten und damit zugleich reichweitenstärksten Kanälen haben wir aber gerade einmal zwei aus den Top-Ten auserkoren. Unter den Nominierten fehlen also viele erfolgreiche Kanäle, weil es uns eben gerade nicht um Reichweitenstärke, sondern um die Qualität des Inhalts geht. […]“

Im Abstimmungsprozess muss eine gültige E-Mail-Adresse angegeben werden. Um seine Wahl zu bestätigen, wird an diese Adresse ein Bestätigungslink geschickt. In den Teilnahmebedingungen der Goldenen Kamera steht dabei — geschickt versteckt in einem langen Fließtext –, dass Daten an den Autohersteller Seat weitergegeben werden. Dies geschieht dabei unter dem Vorwand eines Gewinnspiels. Gewinnen kann man aber lediglich eine Testfahrt. Die Kritik: Nutzer werden nur im Kleingedruckten auf die umfassende Datenweitergabe hingewiesen.

Die Goldene Kamera weist die Vorwürfe eines Datenkraken-Verhaltens uns schriftlich gegenüber ab:

“[…] In den Teilnahmebedingungen steht explizit: ‘Durch die Registrierung erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass SEAT und die Goldene Kamera die zur Gewinnerermittlung erforderlichen Daten für die Dauer der Nutzung […] speichert.‘ Es werden also weder Daten für andere Zwecke missbraucht, noch weitergegeben, noch erfasst. […] Im Anschluss werden sämtliche Daten direkt gelöscht. Wir erfassen auch lediglich eine E-Mail-Adresse, also keine weiteren Daten, die User identifizieren könnten. […]“

“[…] Die Eingabe der E-Mail-Adresse ist unabhängig vom Gewinnspiel notwendig. Und, dass Gewinnspiele von einem Partner unterstützt, d.h. incentiviert werden, ist gängige Praxis. Von Datenkraken-Verhalten kann keine Rede sein.“

Comedian Moritz Neumeier, der ebenfalls ein Teil des funk-Content-Netzwerks ist, warnt vor der Datenfreigabe an Seat und bittet seine Fans, nicht für ihn abzustimmen. “Das ist es nicht wert“, schrieb er vor etwa einer Woche auf seinem Facebook-Profil.

Abstimmung läuft noch bis zum 2. Dezember

Bis zum 2. Dezember kann noch abgestimmt werden. Am 18. Februar 2017 soll der Digital Award dann verliehen werden. Verfolgt werden kann die Veranstaltung ab 21.55 Uhr in ZDFneo sowie auf der Webseite der Goldenen Kamera.

YouTuber reagieren auf die Vorwürfe

Wir fragten bei einigen nominierten YouTubern an und baten um ein Statement zu den genannten Vorwürfen gegen die Goldene Kamera.

Alex vom Nachhilfe-YouTube-Kanal TheSimpleClub schrieb uns: “Zu den Vorwürfen können wir wenig sagen, da wir auch nicht wissen, welche Daten genau weitergegeben werden“ Er könne den Schritt absolut verstehen, dass viele reichweitenstarke YouTube-Kanäle nominiert wurden. “Wir würden genauso versuchen, Stars mit einzubeziehen.“ Dies sei eine Win-Win-Situation: “Man wird nominiert und die Goldene Kamera bekommt Reichweite. Das ist grundsätzlich noch nichts Schlimmes.“

Wissens-YouTuber und Journalist Mirko Drotschmann vom Kanal MrWissen2Go findet die Vorwürfe “bedenklich“. Gegenüber den Veranstaltern habe er schon direkt zu Beginn des Votings angemerkt, dass er es schwierig finde, “die Vergabe eines Preises ausschließlich an eine Abstimmung zu koppeln, da die Reichweiten der einzelnen Kanäle sehr unterschiedlich“ sei.

Zu den Vorwürfen, die Goldene Kamera würde Daten abgreifen, meint Mirko: “Grundsätzlich sollte man immer das Kleingedruckte lesen, wenn man irgendwo seine Mailadresse angibt. Aber sollte das Voting tatsächlich dazu genutzt werden, massenhaft Daten abzugreifen, hat das für mich ein ordentlich[es] ‘Gschmäckle‘. Das sollte bei einem derart renommierten Preis nicht der Fall sein.“

Wenn tatsächlich auch noch Daten gesammelt und gespeichert würden, sei dies “ein zusätzlicher Minuspunkt“ für ihn. Er fühle sich zwar geehrt, nominiert zu sein, “aber nur, wenn alles sauber geregelt ist“. Auf die Frage, ob er es legitim finde, dass die Veranstalter die Nominierten dazu auffordern, für den Preis zu werben, antwortet er: “Dass der Veranstalter zum Voting aufruft, ist sein gutes Recht. Es ist den Youtubern dann ja selbst überlassen, ob sie darauf eingehen oder nicht. Auf mich macht die sehr offensive Art, mit der man zur Bewerbung des Votings aufgefordert wird, allerdings einen etwas unseriösen Eindruck.“

9:27 PM — 26 Nov 2016

9:29 PM — 26 Nov 2016

Was meinst du zu den genannten Vorwürfen?

Der Beitrag Schwere Vorwürfe gegen Goldene Kamera und Funke-Mediengruppe erschien zuerst auf ramble.ch.

Mit 27 Jahren ist Felix Kjellberg der grösste YouTuber der Welt. Jetzt wird ihm die Verbreitung von antisemitischen Inhalten auf seinem 55 Millionen Abonennten schweren Kanal vorgeworfen. Sein Partnernetzwerk Maker Studios hat nun offiziell die Zusammenarbeit mit PewDiePie beendet. Auch YouTube reagiert mit drastischen Schritten. PewDiePie weist jedoch jegliche Vorwürfe zurück.

Artikel von Fabian Knisel und Siro Bingesser auf ramble.ch

Der bekannte YouTuber PewDiePie wurde aus seinem Partnernetzwerk Maker Studiosdes bekannten Medienkonzerns Disney ausgeschlossen. Das Netzwerk hält PewDiePies Videos für „unangebracht“. Durch seine „provokative und respektlose Art“ habe er sich zwar eine enorme Fangemeinde geschaffen, jedoch sei er nun „eindeutig zu weit gegangen“, zitiert das amerikanische Magazin „Time“ aus einem Statement des Netzwerks. Auch das amerikanische Wall Street Journal hatte über den Rauswurf berichtet.

Hiermit spricht Maker Studios konkret über die Videos, welche PewDiePie in den letzen fünf Monaten veröffentlicht hat. Störende Inhalte wie antisemitische Witze und Nazi-Symboliken könne das Netzwerk nicht vertreten. Ein oft genanntes Beispiel ist das Video vom 11. Januar, in welchem zwei lachende Männer ein Schild mit der Inschrift „Death to all jews“ (übersetzt: „Tod allen Juden“) in den Himmel empor strecken.

PewDiePie hatte die Männer über die Website „Fiverr“ gegen Bezahlung zu der Aktion aufgerufen. Einige vermuten auch, dass die beiden Protagonisten womöglich gar nicht gewusst haben, was sie da eigentlich tun. Inzwischen wurde der Videoclip mehrere Millionen Mal angeklickt. In einem anderen Video vom Februar spricht ein Mann, der verkleidet als Jesus auftritt: „Hitler did nothing wrong.“

YouTube setzt 2. Staffel „Scare PewDiePie“ ab

YouTube reagiert nun auch auf die Vorwürfe gegen das berühmteste Gesicht der Plattform, wie das Technikportal The Verge berichtet. Die Google-Tochterfirma gab bekannt, dass man die zweite Staffel der exklusiv für YouTube-Red produzierten Serie „Scare PewDiePie“ abgesetzt habe. Ausserdem kündigte die Videoplattform dem schwedischen Videocreator die Teilnahme am Top-Werbeprogramm „Google Preferred“. Die umstrittenen Videos würden die YouTube-Richtlinien allerdings nicht verletzen. Man habe bei einem der Videos die Monetarisierung nun aber deaktiviert.

Casey Neistat: „Ich denke nicht, dass er ein Antisemit ist“

PewDiePie vs. Free Speech (YouTube)

„I don’t think, he’s interested in preaching hate. I don’t think, he’s an anti-semite. I don’t think, his intend was to spread hate“ — Casey Neistat

(Übersetzung durch uns: Ich denke nicht, dass er interessiert daran ist, Hass zu predigen. Ich denke nicht, dass er ein Antisemit ist. Ich denke nicht, dass es seine Absicht war, Hass zu verbreiten)

Vlogger Casey Neistat verteidigt PewDiePie zwar und meint, er sei sicher kein Antisemit und würde nicht Hass verbreiten wollen. Zugleich appelliert er aber auch an berühmte YouTuber mit einer großen Reichweite, ihre Vorbildfunktion nicht zu unterschätzen. Verantwortung sei es, seine Zuschauer zu verstehen und die Wirkung der eigenen Worte zu bedenken. „Wenn du einen Witz erzählst, verstehen ihn deine Zuschauer vielleicht nicht so, wie du ihn interpretierst“, meint Neistat in seinem Video. Er warnt außerdem, dass „die moralische Einstellung junger Zuschauer“ in eine Richtung geführt werden könnte, „die sich keiner wünscht“.

PewDiePie spricht sich gegen die Vorwürfe aus

PewDiePie erläutert jedoch jetzt, dass er in keinem Falle antisemitische Gedanke hätte verbreiten wollen. Er wollte lediglich aufzeigen, wie verrückt die moderne Welt ist. Auch dementiert er im schriftlichen Statement, dass viele Menschen für ein wenig Geld alles machen würden. Sein Video sollte wirklich nur rein der Unterhaltung und nicht als politische Botschaft dienen.

„In keiner Weise unterstütze ich irgendwelche hasserfüllten Einstellungen“, schrieb er in einem vergangenen Sonntag veröffentlichten Blogbeitrag auf tumblr. Weiter räumte er auch ein, dass einige „Witze“ eventuell zu weit gegangen seien. Das umstrittene Video sowie zwei weitere Videos wurden mittlerweile auf privat gestellt. PewDiePie hatte sie trotz heftiger Kritik lange Zeit nicht vom Netz genommen.

http://pewdie.tumblr.com/post/157160889655/just-to-clear-some-things-up

Wo liegt die Grenze von schwarzem Humor?

Wer PewDiePie schon seit längerem verfolgt, der weiss, dass er oft ausfallend ist und ein sehr dunklen Humor hat. Jedoch lässt sich jetzt die Frage stellen, ob es sich hierbei noch um schwarzen Humor handelt.

Mit seinen 55 Millionen Abonnenten verfügt PewDiePie über eine enorme Reichweite. Da er auch ein eher junges Publikum hat, ist es schwer zu sagen, wie diese seine Aussagen und Videos wahrnehmen. Daher trägt er eine gewisse Verantwortung, seinen Humor klar zu definieren, was er in den vergangenen Jahren auch ganz klar gemacht hat.

Allerdings wird der Skandal auch PewDiePie’s Image stark belasten. Die Absetzung seiner YouTube-Red Serie sowie die Kündigung des Top-Werbeprogramms wird für den 27-jährigen Videoproduzenten auch wirtschaftliche Folgen haben. Angesichts seines 2015 erwirtschafteten Gewinns von 7,1 Millionen Euro dürfte dies allerdings — zumindest aktuell — noch nicht seine Hauptsorge sein.

Doch was ist Deine Meinung? Kann er solche Aussagen und Einblendungen verantworten?

Sein letztes Video: VALENTINE’S SPECIAL! (YouTube)

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Der jahrelange Streit zwischen YouTube und der GEMA hat endlich ein Ende. Ab sofort sind alle Musikvideos von Künstlern, die von der GEMA vertreten werden, auch auf YouTube in Deutschland verfügbar.

Artikel von Fabian Knisel für Webvideomagazin ramble.ch

Keine Einigung seit 2009

Bereits seit 2009 streitet sich YouTube mit der Verwertungsgesellschaft GEMA. Der Streitpunkt: Die Vergütung von Musikvideos von durch die GEMA vertretenen Künstlern. Während die GEMA eine Gebühr pro Abruf verlangen wollte, war YouTube nur dazu bereit, einen Anteil der erzielten Werbeeinnahmen an die GEMA abzugeben. Bedingt durch diese Meinungsverschiedenheiten kamen beide Partien zu keiner Einigung, weshalb Nutzer die inzwischen berühmt gewordene nervige Textmeldung „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar“ sahen.

Zahlreiche Gerichtsprozesse wurden seither geführt. Erst kürzlich verlangte die GEMA pro abgerufenem Musikvideo eine pauschale Gebühr von 0,375 Cent. Von YouTube wurde eine Rückzahlung von 1,6 Millionen Euro erwartet. Das Oberlandesgericht München wies diese Forderung der Musik-Verwertungsgesellschaft allerdings zurück.

Überraschende Einigung mit der GEMA

Heute gab YouTube überraschend bekannt, sich mit der GEMA geeinigt zu haben. Am Dienstagmorgen berichtete zuerst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über die Vereinbarung. Es sei eine „bahnbrechende Vereinbarung“, so YouTube. Auf welches Zahlungsmodell man sich nun allerdings geeinigt hat, ist unklar. Wie sich die Gebühr zusammensetzt und wie hoch diese ausfällt, wurde nicht bekanntgegeben. Der Vertrag soll neben dem werbefinanzierten Dienst auch für den kostenpflichtigen Service „YouTube Red“ gelten.

Musikvideos sind nun endlich auch in Deutschland verfügbar

Ab dem heutigen Tag sollen die berühmten YouTube-Sperrtafeln vor Musikvideos endlich der Vergangenheit angehören. YouTube symbolisiert die Einigung durch eine ironische Version dieser Sperrtafel, auf der folgendes steht: „Dieses Video ist in Deutschland verfügbar.“ Statt dem bisher traurig schauenden Smiley ist ein lachendes Gesicht auf einem roten Button zu sehen.

8:35 AM — 1 Nov 2016

Die Musikvideos der insgesamt 70.000 von der GEMA vertretenen Künstler sowie die der ausländischen Partner sind nun — auch ohne Umwege und Tricks — in Deutschland abrufbar. Die Videos sollen entsperrt werden, YouTube bittet hier aber noch um „einen Moment Geduld“, bis alle Videos verfügbar sind.

„Großer Tag für die Musiklandschaft“

Es sei ein „großer Tag für die Musiklandschaft in Deutschland“ gibt YouTube auf dem offiziellen Blog bekannt. YouTube möchte sich für eine „faire Bezahlung von Komponisten, Songwriters und Musikverlegern“ einsetzen und „gleichzeitig sicherstellen, dass Fans auf YouTube ihre Lieblingssongs genießen und neue Musik entdecken können.“ Die Videoplattform kündigt an, auch weiterhin in das Content ID Rechtemanagement-System zu investieren zu wollen, um Künstler vor Urheberrechtsverletzungen zu schützen. Musiker und YouTube-Nutzer reagieren auf die Einigung zwischen YouTube und der GEMA ebenfalls mit großer Freude.

8:31 AM — 1 Nov 2016

12:19 PM — 1 Nov 2016

Als „Meilenstein für die GEMA und ihre Mitglieder“ bezeichnet Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA, die Vereinbarung. „Unserem Standpunkt, dass Urhebern auch im digitalen Zeitalter eine angemessene Vergütung zusteht, sind wir trotz aller Widerstände treu geblieben.“ Trotz der Einigung sei die Politik gefordert, einen klaren Rechtsrahmen zu schaffen, so Dr. Heker weiter.

Zur Einstimmung liefert YouTube gleich eine Playlist mit 200 Songs.

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